Conger Historie Teil 2

Erprobungsfahrten auf der Elbe
vor dem Werftgelände von Blohm + Voss
Der Conger hatte 4 Sitzplätze und unter der Spritzkappe, einem erhöhten Deck in Form einer kleinen Kajüte, zwei Schlafplätze. Schaumstoffkörper mit einem Rauminhalt von 900 Litern halten das Boot samt Insassen auch im gekenterten Zustand sicher an der Oberfläche. "Mit dieser Qualität und diesem Boot sind wir konkurrenzlos", erklärte damals Uli Libor, denn was gab es bisher? Boote bis zu 4000,— DM waren zu klein und segelten zu naß, größere Boote waren viel zu teuer. Blohm + Voss errichtete für die Conger-Jolle eine Fließbandstraße (werksintern "Kleisterküche" genannt) mit praktisch unbegrenzter Kapazität. Für manchen Kunden, so begrüßte die "Welt am Sonntag" im Januar 1965 Hamburgs Paradewerft auf dem Jollenmarkt, sei es vielleicht beruhigend zu wissen, dass er ein Boot von einer Werft kauft, die bereits neben der "Gorch Fock", der "Cap Arcona", der "Vaterland" und der "Monte Rosa" auch das Schlachtschiff "Bismarck" baute.

Hamburger Bootsaustellung Januar 1965
Auf der Internationalen Bootsausstellung in Hamburg wurde der Conger zum 1. Mal zur Schau gestellt und vom Publikum besonders interessiert beäugt. In den ersten Jahren nach der Entwicklung wurde der Conger mit einem enormen Werbeaufwand eingeführt und verbreitet, u.a. wurde von Blohm + Voss vom Bodensee bis zu den Friesischen Inseln Vorführboote zur Verfügung gestellt und auch nahezu alle größeren norddeutschen Segelclubs schrieben Regatten für den Conger aus. Das hatte zur Folge, dass bereits 2 Jahre später die Conger-Jollen schlagartig auf allen größeren Regatten, ausgenommen der Kieler Woche, mit Feldern von 10 bis 30 Booten, in Grömitz sogar mit 56 Booten, vertreten waren. Diese enorme Aktivität wurde erreicht durch den Einfluss von Herrn Blohm sen., durch die Regatta-Verbindungen von Uli Libor und die Teilnahme von B. + V. Mitarbeitern auf vielen Regatten wie z.B.: Uli Libor, Klaus Felz, Annegret Klemm und Helmuth Meyer.

Vorstellung des 1000en Congers auf der
Hamburger Bootsausstellung 1968
Nicht zuletzt übernahm B. + V. den kostenlosen Transport von Werft- und Privatcongern zu den auswärtigen Regatten. Schon drei Jahre nach seiner Vorstellung wurde der tausendste Conger verkauft. 1971 wurde die Conger- Klassenvereinigung gegründet und wenig später die Conger-Klasse als "Werft- Klasse" des DSV anerkannt. Aufgrund der allgemeinen Werftenkrise wurde im selben Jahr B. + V. dem Thyssen-Konzern angegliedert. Viele Nebenfertigungen, so auch die Kunststoff-Abteilung, wurden geschlossen. Aufgrund der Schließung gründeten Karl-Heinrich Lehmann und Gottfried Jakob die Firma Fiberglas Technik und machten sich selbständig. Leider konnte man die Lizenz zum Bau der Conger nicht erwerben, da die Konditionen von Blohm + Voss für die junge Fa. Fiberglas Technik nicht zu bezahlen waren.
